(Bild: Musikverein Goldau)

Musikverein Goldau

Kirchenkonzert

So, 8. Dezember, 17 Uhr,
Pfarrkirche Goldau

Der Musikverein Goldau lädt Sie ganz herzlich zum Kirchenkonzert mit viel schöner Musik ein. Mit dem Kirchenkonzert verabschieden wir uns von unserem Dirigenten Nino Wrede. Wir danken Nino herzlich für sein Engagement, seine aufbauende Probearbeit und die vielen musikalischen Erlebnisse. Ein besonderes Highlight war die diesjährige Teilnahme am Bernische Kantonal-Musikfest in Thun. Wir freuen uns auf dieses letzte Konzert mit Nino und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute.

Im Anschluss an unser Konzert laden wir Sie ein, einen wärmenden Glühmoscht von der Familie Reding vom Steinerberg zu geniessen.

Eintritt frei, Kollekte

Konzertprogramm

Programmheft

op. 84

Ludwig van Beethoven
arr. Douglas McLain

Bereits beim Schreiben seines Dramas «Egmont» hatte Johann Wolfgang von Goethe eine Schauspielmusik im Sinne. Noch vor der Publikation erteilte er seinem engen Freund und Musiker Philipp Christoph Kayser einen Kompositionsauftrag. Die in der Geschichte verarbeiteten Ereignisse rund um die Unabhängigkeitsbestrebungen des Niederländischen Adels von der spanischen Krone sollten auf den Theaterbühnen nicht zuletzt über die Musik besonders dramatisch und fesselnd dargestellt werden.

Die berühmteste Schauspielmusik zu «Egmont» stammt von Ludwig von Beethoven. Vor allem die Ouvertüre wird heute weltweit häufig aufgeführt. Darin werden verschiedene Stationen im Leben des Grafen Lamoraal van Egmont dargestellt.

Der Eröffnungssatz ist eine spanische Sarabande, in der Beethoven die Unterdrückung des niederländischen Volkes durch die Spanier musikalisch umdeutet. Im darauffolgenden Allegro wechselt das der Liebe Egmonts zum Bürgermädchen Klärchen gewidmete Thema mit drohenden Schicksalsmotiven ab. Nach einer stürmischen Einleitung und einer choralhaften Phrase – ein Bild für die Enthauptung Egmonts – setzt die Siegesmelodie ein.

op. 51

Edward Mac Dowell
arr. F. Winterbottom

  1. To a wild rose
  2. Will o’the wisp
  3. At an old trysting-place
  4. In autumn
  5. From an Indian lodge
  6. To a water-lily
  7. From uncle Remus
  8. A deserted farm
  9. By a meadow brook
  10. Told at sunset

Der amerikanische Pianist und Komponist Edward MacDowell war Ende des 19. Jahrhunderts vor allem durch seine Klaviersuiten berühmt. Seine meistens kurzen, anmutig und unprätentiös klingenden Charakterstücke waren weit über Amerika hinaus bekannt und beliebt.

Die «Woodland Sketches» entstanden in einer einsamen Blockhütte in New Hampshire, die MacDowell selbst baute und an deren Stelle später das Wohnhaus der MacDowells stehen sollte. Dieser wunderbar ruhige und fast mystische Rückzugsort wurde nicht nur für ihn und seine Frau, sondern auch für viele seiner Komponisten- und Musikerkollegen zu einer Kraft- und Inspirationsquelle.

Aus den zehn «Woodland Sketches» ist zweifellos «To a wild rose» am populärsten. Die Melodie erinnert an Lieder der amerikanischen Ureinwohner. Einer Erzählung der Frau des Komponisten, Marian MacDowell zufolge, entstand die Melodie als Fragment, das Edward nach dem Frühstück auf einen Zettel notierte und wegwerfen wollte. Sie las das zerknülltem Papier vom Boden auf, spielte die Melodie auf dem Klavier und meinte als Edward am Abend von der Arbeit an der Blockhütte zurückkam:

This is a charming little melody.

Edward schaute sich das Notierte an und antwortete:

It is not bad — very simple. It makes me think of wild roses near the cabin.

Julie Giroux

Die amerikanische Komponistin Julie Giroux, deren Musik der Musikverein bereits im Frühling interpretierte, beschreibt in «Riften Wed» die Menschen, ihr Leben, Lieben und Sterben in der schäbigen, mit Kriminellen gefüllten und fast gesetzlosen Stadt Riften. Riften sucht man auf Landkarten allerdings vergebens: Giroux liess sich von der virtuellen Welt im Action-Rollenspiel «Elder Scrolls» inspirieren.

Riften ist im Spiel gleichzeitig eine Stadt der Liebe. Dort befindet sich nämlich der Tempel von Mara, der Ort, an den die guten Bürger der ganzen Spielwelt gehen müssen, um zu heiraten. Dieser besondere Ort mitten in einer gefährlichen Stadt und in einer von Bürgerkrieg und Drachen zerrissenen, tödlichen Welt vereint das Reine mit dem Düsteren. Die Hochzeiten finden inmitten einer Welt voller Gewalt, Krankheiten, Krieg und Tod statt. Etwas, mit dem die reale Erde nur allzu vertraut ist.

Julie Giroux schreibt selber:

«Riften Wed» ist Musik der Liebe und Vereinigung, der Vergangenheit und der Gegenwart. Eine Liebe, eine Hochzeit, ein gemeinsames Leben von zwei Menschen inmitten eines Sturms, der sie zu zerreißen droht. Wo „bis der Tod uns scheidet“ nicht nur eine Realität ist, sondern eine Selbstverständlichkeit. Wo die Liebe ein Geschenk ist, das all der Freude und des Schmerzes würdig ist, die sie verlangt.

op. 26

Jean Sibelius
arr. José Schyns

In Finnland, historisch immer hin und her gerissen zwischen Russland und Schweden setzte im 19. Jahrhundert das sogenannte nationale „Erwachen“ der Finnen ein. Im Protest gegen die dannzumal russische Obrigkeit und vor allem gegen die Schikanierun fanden „Pressefeiern“ zur Unterstützung der Pensionskasse der Journalisten statt, bei denen auch gerne theatralische Darbietungen mit nationaler Aussage aufgeführt wurden.

Zu einer solchen Aufführung „lebender Bilder aus der finnischen Vergangenheit und Mythologie“ im Schwedischen Theater von Helsinki im Jahre 1899 steuerte Sibelius eine sechsteilige Suite als Begleitmusik bei. Das letzte dieser Stücke war die erste Fassung der Sinfonischen Dichtung «Finlandia», die einen umjubelten Erfolg hatte, so dass Sibelius sie kurz nach der Uraufführung zu ihrer heute bekannten Form umarbeitete.

Die Programmatik des Stücks erschloss sich damals dem Publikum unmittelbar, und auch heute fällt bei Kenntnis der historischen Situation die Zuweisung entsprechender außermusikalischer Inhalte zu den verschiedenen Teilen nicht schwer. So kam es, dass „Finlandia“ schnell ins finnische Nationalbewusstsein einging. Die Tondichtung galt geradezu als „geheime Nationalhymne“ Finnlands und war so populär, dass die russischen Behörden sie mit einem Aufführungsverbot belegten. Dennoch gelang es aber Sibelius, Aufführungen unter dem für die russische Obrigkeit unverdächtigen finnischen Titel „Suomi“ (= „Finnland“) zu erreichen. Die Beliebtheit und patriotisch-emotionale Bedeutung des Stücks in Finnland sind auch heute noch ungebrochen.