(Bild: Koni Dudle)

Koni Dudle

Töne & Klänge

Kirchenkonzert 2008

Das Kirchenkonzert stand ganz im Zeichen nicht-alltäglicher Töne und Klänge. In diesem Sinne passte auch das Soloinstrument Marimbaphon, gespielt von Daniel Kessler perfekt.

Eingeleitet wurde das Konzert aber mit dem Werk «A Light in the Wilderness», in dem James Barnes tiefe Trauer auf besinnliche Weise in Hoffnung verwandelt. Ein Motiv, das durch mehrere tragische Ereignisse in der Woche vor dem Konzert eine traurige Aktualität erhielt. Diese führten unter anderem dazu, dass drei Musikanten und Musikantinnen am Konzert nicht mitwirken konnten.

Ein erster Höhepunkt wurde mit dem Solo-Auftritt von Daniel Kessler erreicht. Seine äusserst musikalische Behandlung des Marimbaphons zauberte – mal vom Musikverein unterstütz und mal ganz solo – einen unvergesslichen Klang in die gut besetzte Pfarrkirche. Der junge Solist wurde mit grossen Applaus bedacht und hat damit seine Feuertaufe als Solist bestanden.

Das Hauptwerk des Konzertes stand ganz im Zeichen des Tanzes bzw. unter dem Patronat von «Terpsichore», der Muse des Tanzes, die zu Beginn von Annamarie Imlig mit der Tenorblockflöte heraufbeschworen wurde und allmählich alle Mitwirkenden und Besucher betörte. Das gleichnamige, äusserst farbige und abwechslungsreiche Werk enthielt auch Solopassagen für weitere Instrumente. So zelebrierte Sabine Moser einen zarten Harfentanz oder das Trompetenregister mehrere pompöse Fanfaren. Oft wurden ganz neue Klangfarben erreicht – zum Beispiel beim Bourée-Tanz des Xylophons, begleitet von Fagott und Kontrafagott. Nach dem strahlenden Schlussfurioso durfte der Musikverein den verdienten grossen Applaus entgegennehmen.

Verabschiedet wurden die Konzertbesucher mit dem – mittlerweile zum Klassiker gewordenen – «Irish Tune from County Derry», in dem der Musikverein die Kirche noch einmal mit seinem wohligem Gesamtklang füllen konnte.

Einen ganz speziellen Leckerbissen hatte die Familie Reding vor der Kirche parat: Es gab nämlich feinen Glühmost, der Hände und Mägen zu erwärmen vermochte.

Der Musikverein Goldau dankt ganz herzlich allen Konzertbesucherinnen und -besuchern, Pfarrer Ugo Rossi für das Gastrecht, Stephan Beeler für die kompetente Ansage, allen Aushilfen sowie den Sponsoren des Kirchenkonzerts für die grosszügige Unterstützung.

Presseschau

Eine kurzweilige Stunde voller musikalischer Höhepunkte (Koni Dudle, Rigi-Post, 11. Dezember 2008)

Wie ein Licht am Ende des Tunnels (Irene Auf der Maur, Bote der Urschweiz, 9. Dezember 2008)

Konzertprogramm

op.92 for Symphonic Band

James Barnes

Nach Studien in Komposition und Musiktheorie an der Universität von Kansas erwarb James Barnes 1974 den Bachelor of Music und 1975 den Master of Music. Seine zahlreichen Kompositionen sind weit verbreitet und werden sehr häufig in den Vereinigten Staaten, Europa, Japan, Taiwan und Australien aufgeführt.

Die Auftragskomposition „A Light in the Wilderness“ schrieb er für einen amerikanischen Blasmusikverein. Das Werk soll die Erinnerung an eine 16-jährige Flötistin wach halten, die bei einer Deutschlandtournee tödlich verunglückte.

Alfred Reed

  1. Nocturne

Daniel Kessler, Marimbaphon

Daniel Kessler erhielt als Zehnjähriger seinen ersten Schlagzeugunterricht an der Musikschule Schwyz. Schon bald kamen neue Schlaginstrumente wie Xylophon und Pauken hinzu. Nach seinem Maturitätsabschluss 2005 (mit Schwerpunktfach Musik) begann er sein Studium im Hauptfach Klassisches Schlagzeug bei Erwin Bucher und Raphael Christen an der Musikhochschule Luzern.

Zurzeit befindet er sich im Master für Musikpädagogik, welchen er mit dem Lehrdiplom abschliessen wird. Daniel Kessler unterrichtet an der Musikschule Schwyz und wirkt regelmässig in verschiedenen Orchester-, Kammermusik- und anderen Formationen mit.

Alfred Reed ist weltweit einer der bekanntesten und meistgespielten Blasorchester-Komponisten. Seine Musik weckt bei vielen Leuten Emotionen durch die Klangfarben und Melodien. Die häufig für das Orchester anspruchsvollen Kompositionen unterhalten den Zuhörer auf kurzweilige Art. Die Werke von Reed erfreuen sich grosser Beliebtheit bei Musikern und Publikum in den USA, Europa und speziell auch in Japan.

Die Kombination zwischen dem Soloinstrument Marimbaphon und einem Blasorchester im „Concertino for Marimba and Winds“ ist sicherlich keine alltägliche. Die ursprünglich aus Afrika stammende Marimba – meistens Marimbaphon genannt – ist ein Schlaginstrument und gehört zur Familie der Xylophone. Da die Holzklangplatten dünner und weicher sind, klingt die Marimba aber dunkler und voller als ein Xylophon. Das „Nocturne“ – der erste Satz aus dem Concertino – ist ein romantisches Nachtstück, geprägt von den zarten vierstimmigen Tremoli.

BWV 1004

Johann Sebastian Bach
arr. Jean Geoffroy

  1. Allemande
  2. Corrente

Daniel Kessler, Marimbaphon

Über die Sonaten und Partiten für Violine solo seines Vaters Johann Sebastian schrieb Carl Philipp Emanuel Bach 1774, es gäbe „nichts vollkommeneres, um ein guter Geiger zu werden.“ Auch der erste Bach-Biograph Johann Nikolaus Forkel konnte sich diese Kompositionen Anfang des 19. Jahrhunderts aufgrund ihrer exorbitanten technischen Schwierigkeiten nur als Studienwerke erklären, die „einen Lehrbegierigen seines Instrumentes völlig mächtig“ machen. Erst ein gutes Jahrhundert später sicherten sich Bachs Kompositionen für Violine solo dann einen festen Platz im Konzertrepertoire – und das zu Recht. Sie stellen nicht nur ein Kompendium virtuoser Violintechnik dar, sondern zeigen, dass Bach auch in der Beschränkung auf ein einzelnes Melodieinstrument „den ganzen harmonischen und polyphonen Reichtum seiner Musiksprache […] zu realisieren“ vermochte.

Der Solist Daniel Kessler wagt sich an die ersten beiden Teile „Allemanda“ und „Corrente“ aus der d-Moll Partita in einer Transkription von Jean Geoffroy.

Bob Margolis
nach Michael Praetorius

  1. Bransle Gay
  2. La Robine
  3. Gavotte
  4. Gaillarde

Annamarie Imlig, Blockflöte
Sabine Moser, Harfe
Esther Rickenbach, Orgel

Bob Margolis ist einer der interessantesten Blasorchester-Komponisten der USA, dessen Werke mit vielen Preisen bedacht worden sind. Terpsichore – komponiert in den Jahren 1980 und 81 – ist eine festliche Komposition, die auf Musik von Michael Praetorius basiert. Praetorius war ein bedeutender Verleger, Organist, Theoretiker und Komponist im Europa der Renaissance und lebte von 1571 bis 1621. Er schuf über eintausend geistliche Werke. Terpsichore – komponiert 1612 – ist seine einzige weltliche Komposition. Es handelt sich dabei um Tänze vom Hofe des Königs Heinrich IV von Frankreich, die in unzähligen Arrangements bis heute populär geblieben sind. „Terpsichore“ stammt aus der Antike und ist die griechische Muse des Tanzes, Tochter von Mnemosyne und Zeus.

Die Suite von Margolis ist äußerst bunt, effektvoll und virtuos zugleich. Sie verlangt ein voll besetztes, modernes symphonisches Blasorchester mit allen Familien der Blasinstrumente sowie ein umfangreiches Schlagzeug-Instrumentarium, Harfe und Orgel.

Im ersten Satz wird der Geist des antiken Tanzes mit einer Tenor-Blockflöte heraufbeschworen. Eine turbulente Straßenszene mit wilden stürmischen Klängen der restlichen Bläser folgt. Die Flöten beginnen den zweiten Satz mit einer Rotkehlchen-Melodie, worauf eine Sarabande für Harfe antwortet. Zwei schnellere Tänze, unter anderen ein Sprungtanz runden den Satz ab. Der dritte Satz wird vom Xylophon mit einer Folge von Bourée-Tänzen eingeleitet. Zum Schluss wird der Klang einer Renaissance Kapelle zauberhaft nachgeahmt. Den letzten Satz schliesslich beginnt die Orgel mit einer Gaillarde. Das Orchester variiert dann in einem langsameren Tempo. Zum Schluss wird das Werk mit einer aufregenden rhythmischen Volte zu einem strahlenden Ende gebracht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.