(Bild: Werner Geiger)

Werner Geiger

Südamerikanische Musik

Frühlingskonzert 2013

Der Musikverein und die charmante Ansagerin Karin Beeler nahmen das Publikum im gut besetzten Eichmatt mit auf eine musikalische Reise durch Lateinamerika. Stolze Paso Doble, freurige Sambas, dahinschmelzende Tangos und viele weitere Klänge und Rhythmen wurden geboten.

Der Musikverein bedankt sich bei allen, die zum Gelingen dieses Konzertes beigetragen haben: bei Christian Stutzer für die gute Vorbereitung, bei Karin Beeler für die kompetente Ansage, bei den Projektmitgliedern für die musikalische Unterstützung, bei den Sponsoren und Gönnern und schliesslich auch beim zahlreich erschienen Publikum.

Presseschau

Der Musikverein Goldau präsentierte sein Frühlingskonzert 2013 (Werner Geiger, Rigi-Post, 2. Mai 2013)

Un viaje musical a traves de America Latina (Flavian Imlig, Rigi-Post, 25. April 2013)

Samba, Bossa Nova, Mambo und Tango (Flavian Imlig, Rigi-Post, 18. April 2013)

Impressionen

Konzertprogramm

Programmheft

Paso Doble

Aurelio Pérez Perelló

Der Paso Doble ist eine spanische Tanzform. Er nimmt musikalisch Bezug auf die traditionelle Marschmusik und ist angereichert mit Elementen von Fandango und Flamenco. Ganz wichtig beim Paso Doble als Tanz und auch in musikalischer Hinsicht in ein stolzes Auftreten und ein erhabener Gestus. Diese Elemente kommen auch in «Jaime Chufa» deutlich zum Tragen.

Perez Perelló stammt aus einer musikalischen Familie und war schon als kleiner junge Musikunterricht an der örtlichen Musikschule. Er studierte Klarinette und ging zum Militär im Jahr 1950 und wurde ein Mitglied der Banda de Música del Ministerio de Marina Madrid. Für seine Kompositionen erhielt er mehrere Preise und Auszeichnungen.

Text: Flavian Imlig

Hudson Nogueira

  1. Catira
  2. Coreto
  3. Calango
  4. Folia do Divino
  5. Maxixe
  6. Valsa
  7. Samba
  8. Ciranda
  9. Modinha
  10. Chôro

Die Miniatures Brasilieras basieren auf Musikstilen aus zehn verschiedenen Gegenden Brasiliens. Dabei spielt die Musik amerikanisch-indischen Ursprungs ebenso eine Rolle wie die afro-portugiesische oder europäische Musik.

Hudson Nogueira wurde 1968 in Brasilien geboren. Er studierte an der Escola Superior de Musica Mozarteum in Sao Paulo Klarinette. Seine ersten Kompositionen für Kammermusik datieren aus dem Jahre 1995. Seine frühen Erfolge ermunterten ihn, sich an die symphonische Musik zu wagen. Seither ist ein reiches Werk für die verschiedensten Besetzungen entstanden, meist in enger Anlehnung an de brasilianische Volksmusik.

Text: Flavian Imlig

«Latino – Mexicana»

Alfred Reed

  1. Son Montuno
  2. Tango «Sargasso Serenade»
  3. Guaracha
  4. Paso Doble «A la Corrida!»

Alfred Reed schuf 1978, inspiriert von den lokalen Ausdrucksformen südamerikanischer Musik die «Second Suite for Band». Die Suite besteht aus vier Sätzen und verkörpert jeweils charakteristische Musikformen aus Lateinamerika. So zeigt der erste Satz «Son Montuno» mit charakteristischer Prägung eines Calypso die Verbundenheit mit Cuba. Aus Brasilien wählte Reed den in dieser Nuance weniger bekannten, verträumten und weichen Tango für den zweiten Satz unter dem Titel «Sargasso Serenade». Als Kontrast ertönt im dritten Satz das scherzende Trinklied «Guaracha» aus Argentinien. Der vierte Satz ist ein spanisch-mexikanischer Paso Doble. Mit seinem 5/4Rhythmus und den typisch spanischen Melodienlinien lässt dieser Schlusssatz Festtags-Stimmung wie in einer Stierkampf Arena aufkommen: «A la Corrida!»

Text: Flavian Imlig

— Pause —
Ernesto Lecuona
arr. Sammy Nestico

«La Malagueña» ist eines der bekanntesten Lieder der lateinamerikanischen Musik. Es wurde 1927 im Roxy Theatre in New York uraufgeführt. Der Titel wurde einer der größten Erfolge der Sängerin Caterina Valente.

Der Komponist Ernesto Lecuona war einer der bedeutendsten kubanischen Komponisten und Musiker des 20. Jahrhunderts und wurde oft als «kubanischer Gershwin» bezeichnet. Schon als 11-jähriger veröffentlichte er seine erste Komposition. Er studierte Klavier, Instrumentation und Orchesterleitung am Konservatorium in Havanna. In den frühen 20er-Jahren studierte er kurz bei Maurice Ravel in Paris. Lecuona gründete das Palau Brothers Cuban Orchestra, das er später in Lecuona Cuban Boys umbenannte. Die Gruppe hatte in den 30er- und 40er-Jahren großen Erfolg in den USA und in Europa.

Text: Flavian Imlig

Astor Piazolla
arr. Lorenco Bocci

Urs Thomann, Oboe
Corinne Thomann, Akkordeon

«Oblivion» ist einer der berühmtesten Tangos von Astor Piazzolla. Seine Bekanntheit hat er unter anderem durch den Soundtrack des Films «Enrico IV» von Marco Bellocchio erhalten, in dem unter anderen «Spiel mir das Lied vom Tod»-Star Claudia Cardinale mitspielte. Das kurze Stück wurde seit seiner Entstehung in unzähligen Versionen aufgeführt. Der wunderbare Tango inspirierte vor allem durch seine starke Emotionalität und seine Eleganz.

Astor Pantaleón Piazzolla war der bekannte argentinische Bandoneon-Spieler und Komponist. Er gilt als Begründer des Tango Nuevo, einer Weiterentwicklung des traditionellen Tango Argentino. Viele von Piazzollas Tangos sind nicht mehr im traditionellen Sinne tanzbar, sondern in erster Linie Musik zum Zuhören. Die Harmonie des Tango weitete er mit Mitteln des Jazz aus sowie nach den Vorbildern Igor Strawinsky und Bela Bartok.

Text: Flavian Imlig

Mexican Folk Song

arr. Naohiro Iwai

«La Cucaracha» (spanisch für die Küchenschabe, Kakerlake) ist ein mexikanisches Revolutionslied, dessen Refrain vermutlich auf General Victoriano Huerta anspielt, den man aufgrund seines Alkohol- und Drogenkonsums «La Cucaracha» nannte und der ohne Marihuana angeblich nicht gehen konnte. Der Text einzelner Strophen zieht die Truppen des Präsidenten Venustiano Carranua ins Lächerliche und huldigt dem Revolutionär und Bandenführer Francisco «Pancho» Villa.

Es existieren unzählige Textvarianten, in denen auf verschiedenste Personen Bezug genommen wird. Darüber hinaus gibt es eine Version im 3/4-Takt und eine etwas weniger bekannte im 4/4-Takt.

Das Arrangement vom Japaner Naohira Iwai beinhaltet dann auch alle möglichen Latein-Amerikanischen Tanzrhythmen wie Rumba, Cha Cha Cha, Bossa Nova, Mambo und Samba.

Text: Flavian Imlig

Kees Vlak

  1. Trocadero Playa
  2. Ipanema Playa
  3. Copacabana Playa

Die Strände von Rio de Janeiro sind weltberühmt ebenso wie die brasilianische Musik. Viele Komponisten liessen sich von diesen südamerikanischen Klängen inspirieren. Die Bevölkerung besteht aus vielen Rassen: Weißen, Schwarzen und den ursprünglichen Bewohnern dieses Kontinents, den Indianern. Das widerspiegelt sich auch in der brasilianischen Musik: Die melodischen Intervalle der Ureinwohner, der Rhythmus der Schwarzen und die Akkorde und Strukturen der Weißen. Besonders während des «Carnaval de Rio» scheint das Feiern kein Ende nehmen zu wollen.

Der niederländische Komponist Kees Vlak benannte die drei Teile seiner Verarbeitung brasilianischer Musik nach den berühmten Stränden in Rio: Trocadero, Ipanema, Copacabana.

«Trocadero-Playa» beginnt mit einer Einleitung, die uns kurz an die indianischen Ureinwohner erinnert. Sie gleicht einem vorbeiziehenden Stamm unter der Leitung eines Azteken-Oberhaupts. Dann kommt das Strandleben langsam in Gang. Man schnipst mit den Fingern, schlägt auf eine Trommel – ein Bassinstrument dazu, ein Strassencafé wird geöffnet und ein paar Saxophonklänge dringen nach draußen. Das Fest hat begonnen.

«Ipanema-Playa» ist im Bossanova-Rhythmus geschrieben und verwendet einige typisch brasilianische Akkorde. Die Hauptmelodie ist etwas schwermütig, wie der Charakter der Indianer, und könnte auf einer indianischen Flöte gespielt werden. Stellen Sie sich einen verlassenen Strand und vielleicht sogar eine verlassene Geliebte vor.

Das Finale «Copacabana-Playa» spielt sich nachts ab. Der Karneval ist in vollem Gang. Man tanzt Samba bis zum Umfallen. Draußen ist Feuerwerk, drinnen spielen die Bands, überall herrscht Ausgelassenheit.

Text: Flavian Imlig