(Bild: Edith Schuler-Arnold)

Edith Schuler-Arnold

Farbiger Abschied

Kirchenkonzert 2015

Das diesjährige Kirchenkonzert markierte den Abschluss der Ära von Christian Stutzer als unser Dirigent. Der Musikverein hat noch einmal unter der engagierten und bewährten Leitung ein paar der «Lieblingsklänge» von Christian ertönen lassen; auch als Rückblick und Dankeschön für eine intensive, interessante, herausfordernde und erfolgreiche Zeit.

Die Lieblingsklänge kamen aus Italien, einem der Ursprungsländer der Musik allgemein und der Blasmusik im Speziellen. Sie wurden zudem von Antje Hattori als Solistin auf der Klarinette in die gut besetzte Pfarrkirche hinaus getragen. Sie waren spährisch, glitzernd und mutig bei Alan Hovhannes und schliesslich wunderschön harmonisch, warm und voll bei den Kompositionen von Percy Grainger.

Die Präsidentin Rita Häcki durfte dann im Namen des ganzen Vereins Christian die herzlichsten Glückwünsche zu seiner Dirigentenzeit beim Musikverein überbringen, sich für bei ihm seine musikalisch und menschlich wertvolle Arbeit bedanken und Christian die spontane Standing Ovation «seiner» Musikantinnen und Musikanten entgegen nehmen.

Der Musikverein bedankt sich selbstverständlich auch bei allen anderen, die zum Gelingen dieses Konzertes beigetragen haben: bei den Projektmitgliedern für die musikalische Unterstützung, bei Peter Imlig für die kompetente Ansage, bei den Sponsoren und Gönnern und schliesslich auch beim zahlreich erschienen Publikum.

Presseschau

Abschied auf Italienisch (Edith Schuler-Arnold, Rigi-Post, 10. Dezember 2015)

Klarinettentöne, farbige Klangwelten und ein Abschied (Flavian Imlig, Rigi-Post, 3. Dezember 2015)

Intensives Probeweekend (Flavian Imlig, Rigi-Post, 26. November 2015)

Konzertprogramm

Programmheft

Amilcare Ponchielli

Einer der Begründer der Musik für Blasmusik in Italien war der im 19. Jahrhundert in Piacenza und Mailand tätige Komponist, Dirigent und Musikpädagoge Amilcare Ponchielli. Unter anderem während seiner Zeit als Leiter einer «Banda», wie die oft bei Polizei- oder Militärkorps angegliederten Blasmusikensembles damals genannt wurden, schrieb er über hundert Werke.

Den Konzertauftakt macht der Musikverein Goldau mit «Marcia Milano», einem festlichen und zugleich eleganten Parademarsch. Diesen Marsch hat Ponchielli der Stadt gewidmet, wo er als Dirigent und Komponist ausgebildet worden ist.

Text: Flavian Imlig

Amilcare Ponchielli
arr. Franco Cesarini

Eine besondere Eigenschaft der frühen italienischen Blasmusik von Komponisten wie Ponchielli sind ihre Parallelen zur klassischen Orchestermusik ihrer Zeit. Besonders deutlich werden diese in der «Sinfonia per Banda». Eine langsame, geheimnisvoll beginnende Einleitung ist zu hören, gefolgt von einem sehr klassischen, typisch italienischen Thema, das ebenso eine Opernarie sein könnte. Im Hauptteil ist sehr tänzerisch, mitreissend und harmonisch für die damalige Zeit ziemlich gewagt. Auch hier sind die Anklänge an die italienische «Opera buffa» nicht zu überhören.

Text: Flavian Imlig

Gioacchino Rossini
arr. Tony Kurmann

Antje Hattori, Klarinette

Das 1819 komponierte Werk ist bis heute eine der schönsten und beliebtesten Kompositionen von Gioacchino Rossini und eines der schönsten und beliebtesten Solokonzerte für Klarinette. Es kann geradezu als Schlager der klassischen Musik bezeichnet werden.

Der Musikverein Goldau freut sich sehr, mit Antje Hattori eine Solistin aus den eigenen Reihen zu präsentieren. Die Instrumentalpädagogin und Musikkinesiologin, ausgebildet in Detmold und Wien, kam 2009 zum Musikverein Goldau und wirkt seitdem auch regelmässig in Kammermusik-Ensembles mit. Zur Klarinette kam sie eigentlich durch die Katze in „Peter und der Wolf“.

Mit Rossinis „Introduzione, Tema e Variazioni“ beschliesst der Musikverein gleichzeitig seine musikalischen Aktivitäten rund um das von Schweizer Militärmusik und Schweizer Blasmusikverband initiierte Jahr der Klarinette.

Text: Flavian Imlig

op. 337

Alan Hovhaness

  • Maestoso sostenuto, Allegro
  • Moderato sostenuto con molto espressione

In den fast endlosen Tonmalereien, die die «Symphony No. 53» mit dem Beinamen «Star Dawn» prägen, hat der Komponist Alan Hovhaness ein ganz einfaches Motiv verarbeitet. Der amerikanische Komponist vertont damit Eindrücke und Gedanken rund um den Blick zum Sternenhimmel und den Drang der Menschen, ins Weltall zu reisen. Er mischt sphärische Klänge für das Glitzern der Sterne, ein ruhiges, einfaches Lied für die Sehnsucht nach ihnen, mutige Motive für die Kühnheit der Astronauten und vorwärts fliessende Melodien für die Reise im All zusammen. Es entsteht wuchtiges ein Klanggemälde, wo auch Unschärfen und dunkle Flecken drin stecken: Was erleben wir auf der Reise durchs Weltall? Wo kommen wir an? Was erwartet uns dort?

Text: Flavian Imlig

Percy Aldridge Grainger

Zum Abschluss des Konzertes lässt der Musikverein Goldau die warmen, vollen Melodien aus «Colonial Song» erklingen. Komponiert hat sie der australische Komponist Percy Grainger. Wie kaum ein zweiter hat es Grainger verstanden, einfache Liedmelodien in eine vielfältige aber einmalige Klangsprache zu übersetzen. Entstanden ist wohlklingende und farbige Musik für Blasorchester.

Percy Grainger hat den Musikverein Goldau und Christian Stutzer während der letzten 13 Jahre als eine Art «Lieblingskomponist» begleitet. Grund genug, ein Werk von ihn zum Abschluss des Konzertes zum Klingen zu bringen.

Text: Flavian Imlig

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