(Bild: David Kersey)

David Kersey

Lord of the Rings

Frühlingskonzert 2012

Der Musikverein Goldau nahm die Zuhörerinnen und Zuhörer im fast vollbesetzten Eichmatt mit auf eine Reise in fantastische Welten. In der grandiosen Sinfonie Nr. 1 «The Lord of the Rings» kamen die Musikerinnen und Musiker und das Publikum voll auf die Kosten. Das anspruchsvolle Werk von Johan de Meij wurde vom Musikverein farbig auf die Bühne gebracht; wuchtig und zärtlich, klagend und stolz, galoppierend und schleichend. Bildlich begleitet wurde die Sinfonie mit Bilder von John Howe, zusammengestellt von Rita Häcki. Ein Erlebnis für Zuschauer und Musikanten.

Mit der Sinfonie Nr. 1 schloss sich ein Kreis: An seinem ersten Konzert mit dem Musikverein Goldau vor exakt 10 Jahren führte er schon den 5. Satz «Hobbits» auf. Jetzt, nach 10-jähriger musikalischer Arbeit, konnte die ganze Sinfonie aufgeführt werden.

Nach der Pause bot der Tambourenverein Arth-Goldau ein tolles Showprogramm mit Rhythmusinstrumenten, die man zuerst gar nicht als solche erkennt

Der zweite Teil widmete sich ebenfalls fantastischen Gestalten wie Rollo, Mike Hammer oder dem Zauberer von Oz. Den Abschluss als zweite Zugabe bildete die Hymne auf die kleinen, aber heldenhaften Hobbits. Der lang gehaltene, wunderschöne Schlusston zauberte ein Lächeln auf die Lippen aller.

Der Musikverein möchte sich bedanken bei allen bedanken, die zum Gelingen dieses Konzertes beigetragen haben: bei Christian Stutzer für die gute Vorbereitung, bei Martin Imlig für die kompetente Ansage, bei den Projektmitgliedern für die musikalische Unterstützung und schliesslich auch beim zahlreich erschienen Publikum für uns gewidmete Zeit und die damit verbundene Wertschätzung.

Presseschau

Musikalische Reise zur Fantasiewelt (Edith Schuler-Arnold, Rigi-Post, 3. Mai 2012)

Musikalische Reise in die Welt der Fantasie (Edith Schuler-Arnold, Bote der Urschweiz, 30. April 2012)

Von Zauberern, Zwergen und Blechmännern (Flavian Imlig, Rigi-Post, 26. April 2012)

Vom feierlichen Parademarsch bis zur fantastischen Blasorchester-Sinfonie (Flavian Imlig, Rigi-Post, 19. April 2012)

Konzertprogramm

Programmheft

Johan de Meij

  1. Gandalf – der Zauberer
  2. Lothlorien – der Elbenwald
  3. Gollum – Sméagol
  4. Journey in the dark – eine Wanderung im Dunkeln
  5. Hobbits

Dave Rupp, Saxophon

Die Sinfonie Nr. 1 «The Lord of the Rings» von Johan De Meij basiert auf dem gleichnamigen Buch von J.R.R.Tolkien. Die Uraufführung dieses Originalwerkes für Blasorchester fand 1988 statt und ist nicht zu verwechseln mit der Filmmusik von Howard Shore, die erst später entstand.

Die Sinfonie besteht aus 5 verschiedenen Sätzen, die eine Person oder wichtige Episode aus dem Buch musikalisch darstellen.

Im Auftaktsatz wird Gandalf, der Zauberer, und dessen weise und edle Persönlichkeit durch ein majestätisches Thema dargestellt. Gut zu erkennen ist auch das Galoppieren von Gandalfs Pferd Shadowfax.

Mit träumerischen Klängen der Holzblasinstrumente erklingen Impressionen des wunderschönen Lothlorien, in dem Frodo auf Galadriel, die Herrin des Elbenwaldes trifft.

Der 3. Satz beschreibt Gollum, ein bösartiges, unterwürfiges Geschöpf mit blassen, leuchtenden Katzenaugen, das nach dem Ring lechzt. Dargestellt wird er von dem Sopransaxophon, dass dieses schizophrene Wesen, murmelnd, mit sich selbst sprechend, zischend, lispelnd und winselnd malt.

Journey of the dark erzählt die mühsame und gefährliche Wanderung durch die Minen von Moria. Das schwierige Vorankommen und die Angst werden durch monotonen Rhythmus von tiefen Blech und Schlagzeug dargestellt. Am Ende ist der Trauermarsch um den vermeintlichen Tod Gandalfs zu hören.

Im Finalsatz schliesslich wird das sorgenfreie, optimistische Wesen der Hobbits in einem fröhlichen Volkstanz dargestellt, während die Entschlusskraft und der Edelmut des Hobbit-Volkes ihren musikalischen Niederschlag in einer strahlenden Hymne findet. Die Sinfonie endet nicht überschwänglich, sondern friedvoll und verhalten, wie es der Symbolik des letzten Kapitels im Buch – den Grauen Anfurten – entspricht.

Text: Flavian Imlig, Christian Stutzer

— Pause —
Leitung: Peter Reichlin

Bis zum letschtä Bächer

Peter Reichlin

Celebration

Ivan Kym

Xperiment

Marco Fässler & Peter Reichlin

Latino Macchiato

Reto Käser

Paul Hart

«Cartoon» – Musik zu einem Zeichentrickfilm – aus dem Jahre 1991 ist ein Originalwerk für Blasorchester. Paul Hart ist ein Meister der Instrumentierung und zeigt den grossen instrumentalen Reichtum eines Blasorchesters. Allein Im Schlagwerk kommen neben den Pauken 24 verschiede Instrumente zum Einsatz.

Alle Zutaten des Klassischen Zeichentricks sind musikalisch vorhanden: Die grosse Eröffnung, die spannende Katz und Mausejagd, der einherstolzierende Aufschneider, die gefühlvolle Romanze und natürlich das Finale. Hier nicht auf der Leinwand sondern in der Fantasie des Zuhörers.

Text: Flavian Imlig

David Maslanka

Im Parodiestück «Rollo takes a walk» veralbert der Komponist die populären, aber oft nicht sehr anspruchsvollen Parkkonzerte in den USA der 1950er-Jahre.

Die Fantasiefigur «Rollo» hört dabei Musik, die manchmal verknorzt, schräg und unkoordiniert tönt. Rollo ist eine Figur, die ein weiterer Komponist, Charles Ives, erfunden hat. Ives benutzte die Figur um – ebenfalls als Parodie – seine eigene, unkonventionelle und moderne Musik, aber auch die Musik anderer zu kommentieren.

Text: Flavian Imlig

Earle Hagen / Dick Rogers
arr. Paul Murtha

Dave Rupp, Saxophone

Harlem Nocturne wurde 1939 von Earle Hagen und Dick Rogers geschrieben. Earle Hagen spielte damals in Bigbands von Benny Goodman und Tommy Dorsey mit. Auf einer dieser Tourneereisen komponierten er und Dick Rogers Harlem Nocturne als Hommage an Duke Ellington und für den Saxophonisten Johnny Hodges. Später wurde daraus der Titelsong zu der Detektive-Serie «Mike Hammer».

Hammer ist die Hauptfigur eines Comics von Mickey Spillane. Er räumt als brutaler Detektiv mit einem unbändigen Hass auf Verbrecher in den Strassen von New York auf.

Text: Flavian Imlig

Quincy Jones & Charles Smalls
arr. Peter Kleine Schaars

Als letztes Programmstück hören Sie ein Medley aus dem Film «The Wizz». Das nach dem Buch «Der Zauberer von Oz» entstandene Musical diente als Vorlage zum Film, der 1978 unter anderen mit Michael Jackson und Diana Ross produziert wurde.

In der fantastischen Geschichte von Lyman Frank Baum wird die kleine Dorothy Gale von einem Wirbelsturm ins Land der Munchkins verschlagen. Sie erlebt dort zusammen mit ihrem Hund Toto, einer Vogelscheuche, die gerne Verstand hätte, einem Blechmann, dem das Herz fehlt, und einem feigen Löwe grosse Abenteuer und kämpft gegen böse Hexen, Wölfe, Krähen, Bienen, geflügelten Affen, Spinnen, Kampfbäume, Hammerköpfe und eben den Zauberer von Oz.

Text: Flavian Imlig

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